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Letzte Änderung 15.01.2013

© Rosemarie Steinhäuser

 

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St. Georg 
Seinen Namen verdankt der Stadtteil, der heute mitten im Hamburger Stadtgebiet liegt, wie auch das 1194 außerhalb der Stadt gegründete Lepra-Hospital St. Georg, dem Schutzpatron der Aussätzigen. Zum Hospital gehörte das gesamte Gebiet zwischen der Straße Koppel und der Außenalster. Da Lepra damals unheilbar war, wurde das Hospital aus Angst vor Ansteckung auf unbesiedeltem Gelände, etwa einen Kilometer außerhalb der Stadt errichtet, um die Kranken von der Hamburger Bevölkerung zu isolieren. Als Anfang des 15. Jahrhunderts die Lepra größtenteils eingedämmt war, wurde aus dem St. Georg Hospital ein Armenstift. Bis zur Aufhebung der Stiftung 1951 wurden hier Leprakranke gepflegt.


Noch im 17. Jahrhundert war es nicht erlaubt außerhalb der hamburgischen Wallanlagen zu siedeln, trotzdem gab es wilde Ansiedlungen. Viele Betriebe und immer mehr Bürger zogen auf die Wiesen St. Georgs. Obwohl die Zahl der Betriebe in St. Georg wuchs, bestand das Gebiet noch überwiegend aus Ackerland und Wiesen. Doch schon Ende des 1700. Jahrhunderts machten die vielen hier niedergelassenen Betriebe die Einbeziehung St. Georgs in die Befestigung der Stadt jetzt dringend erforderlich. Ein zweiter Wall wurde um 1680 errichtet, was eine noch stärkere Besiedlung St. Georgs zur Folge hatte. Der Steindamm und die Große Allee (heute Adenauerallee) wurden zu Spazierwegen für die zahlreichen Ausflügler aus der Stadt umgestaltet. Hamburger Bürger nutzten das Gelände um sich hier Sommerhäuser bauen zu lassen. 
Verheerende Folgen hatte jedoch die französische Besetzung Hamburgs ab 1806. Nicht nur St. Georg war nach Abzug der Truppen 1814 vollkommen verwüstet, auch das Krankenhaus am Hamburger Berg (Heute St. Pauli) war zerstört. Als sich dadurch die Versorgung der Kranken in Hamburg dramatisch verschlechterte beauftragte der Senat den Architekten und Baumeister Carl Ludwig Wimmel mit dem Bau des "Allgemeinen Krankenhauses St. Georg", das zwischen 1821 und 1823 fertiggestellt wurde.

 In der Kirchenallee   Hamburger Hauptbahnhof   Kirchenalle Richtung St. Georgs Kirchhof    Deutsches Schauspielhaus in der Kirchenalle

In der Kirchenallee in St. Georg

St. Georg, das sich vom Zentrum der Stadt an der östlichen Seite der Alster bis zum St. Georg Krankenhaus entlang zieht, bietet trotz Kriegszerstörung und nachkriegszeitlicher Abrissperiode eine Vielfalt an architektonischen Kleinoden. In der "Langen Reihe" findet man Neorenaissance Fassaden ebenso wie Jugendstilhäuser und Backsteinbauten im gotischen Stil. Große Kontorhäuser, Bauten im Biedermeierstil, Reihen- und großstädtische Etagenhäuser wechseln sich ab mit 300 Jahre alten Fachwerkhäusern. Ein Bummel durch St. Georg lohnt sich also auch für Architektur Interessierte.
Der Stadtteil mit der großen Zahl an Gewalt- und Diebstahlsdelikten, Babystrich und Drogenszene erscheint als Wohnviertel nicht gerade einladend und trotzdem zieht es immer mehr junge Leute hierher. 

Zwischen Lange Reihe, Steindamm, Schauspielhaus, Alster und Kunsthalle am Glockengießer Wall wimmelt es von Initiativen und Einrichtungen die sich dafür einsetzen ihren Stadtteil lebenswert zu erhalten. Durch das besondere Engagement der Bewohner von St. Georg und des 1880 gegründeten „Bürgervereins St. Georg“ hat sich hier eine Stadtteilkultur entwickelt, die dazu beiträgt das Leben in dem Viertel auf eine besondere Weise attraktiv zu gestalten. 

Im ausländerreichsten Viertel Hamburgs wohnen Menschen aller Rassen, Kulturen und Religionen. Afrikanische, Arabische und Asiatische Muslime und Mitglieder christlicher Religionen leben hier nach ihren individuellen Traditionen in unmittelbarer Nachbarschaft zusammen. 

 

Der katholische Bischofsitz St. Marien ist hier in St. Georg ansässig ...

 

Mitten in St. Georg steht St. Marien, die Kirche mit den zwei Türmen, wie eine Oase der Ruhe. Die 1890-93 nach einem Entwurf des Architekten Arno Güldenpfennig aus Paderborn erbaute neuromanische Kirche, ist der erste katholische Kirchenbau nach der Reformation. Sie wurde am 28. Juni 1893 geweiht. Die doppeltürmige Fassade gibt einen Hinweis auf den Bremer Dom und damit auf das 831 unter dem Hl. Ansgar gegründete Erzbistum. Ansgar wurde im Jahr 831 erster Bischof des Erzbistums Hamburg.

   

Die Domkirche St. Marien - Mittelschiff - Taufbrunnen 

 

Das Ansgar Bild von Hans Bornemann hängt heute in der evangelischen Hauptkirche St. Petri. 2003 wurde eine Kopie des Originals von 1457 angefertigt und zum Ansgartag am 3. Februar 2004 , dem ältesten Jubiläum der Stadtgeschichte Hamburgs, der katholischen Domkirche St. Marien übergeben.

Seit der Neugründung des Erzbistums Hamburg im Jahr 1995 ist St. Marien auch Kathedrale des Erzbischof von Hamburg. 

Der Mariendom nach der Sanierung und Neugestaltung

 

 

... wie auch die evangelisch lutherische Kirche

Zur evangelisch lutherische Gemeinde St. Georg gehören zwei Standorte mit je zwei Kirchen - es sind die "Dreieinigkeitskirche St. Georg" und die "Erlöserkirche in St. Georg-Borgfelde"

Ursprünglich stand die Kapelle des St. Georg Hospitals, die schon 1627 zur Pfarrkirche ernannt worden war, auf dem Platz auf dem jetzt die Dreieinigkeitskirche steht. 
Das Aussehen des Turms dieser scheinbar alten Barock Kirche lässt vermuten, dass es sich hier um ein altes Bauwerk handelt, doch die 1747 nach Plänen von Johann Leonhard Prey erbaute Kirche wurde im Juli 1943 bei einem Bombenangriff komplett zerstört. Der fast 76 Meter hohe Turm konnte nach alten Entwürfen rekonstruiert werden, während das eigentliche Kirchengebäude in der Zeit von 1954 bis 1957 nach neuen Plänen des Architekten Heinz Graaf wieder aufgebaut wurde.

 

 Dreieinigkeitskirche in St, Georg     

Die Dreieinigkeitskirche - die bronzene Kalvarienberg Gruppe - Statue des Heiligen Georg

 

Das Mosaik 'Dreieinigkeit' von Karl Knappe, das sich im Inneren der heutigen Kirche befindet, ist sehenswert und natürlich die Kalvarienberg Gruppe aus Bronze (frühes 16. Jahrhundert).
Seit 1958 steht auf dem Kirchhof eine Plastik des heiligen Georgs, geschaffen von dem Bildhauer Gerhard Marcks.

 

... und die Hamburger Zentralmoschee Merkez Camii

 

St. Georg Links: 

Stadtteil Magazin: www.hansaplatz.de

Ein Cafe in der "Langen Reihe" St. Georg: www.gnosa.de/

Geschichtswerkstatt - Vergangenheit und Gegenwart des Hamburger Stadtteils

"Bürgerverein zu St. Georg von 1880" - Lange Reihe 51, 20099 Hamburg, Tel. 24 99 00

 

 

 

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